Straning-Grafenberg

Kleinregion Manhartsberg

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Straning

 

Ortsgeschichte

 

Straning ist ein Breitstraßendorf südöstlich von Eggenburg. Es liegt an der Franz – Josefs – Bahn. Zusteigmöglichkeiten gibt es an der Haltestelle Straning bzw. in den Bahnhöfen Limberg – Maissau und Eggenburg. Der bekannte Weinort ist schon im Neolithikum (Jungsteinzeit 6000/5000 - 2300/2200 v. Chr.) besiedelt. Es gibt auch Funde aus der Bronzezeit (2300/2200 – 1300/1250 v. Chr., Funde vom 20. März 1954). Ebenso ist Straning in der Hallstattzeit (800/750 – 450/400 v. Chr.) und in der römischen Kaiserzeit  (15 v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.), sowie im 9. Jh. n. Chr. nachweislich besiedelt. Es werden auch künstliche Höhlen entdeckt.

 

Auch alte Wege führen durch Straning. Der Rittsteig ist bis ins späte Mittelalter eine wichtige Nord – Süd – Verbindung (Krems – Znaim) und ist heute noch als so genannter Bräunesteig in Straning vorhanden. Ebenfalls eine wichtige Verbindung bis ins 17. Jahrhundert ist die „Schmidatalstraße“ von Wien über Stockerau – Ziersdorf – Straning – Etzmannsdorf nach Eggenburg, dem wirtschaftlichen Zentrum.

 

Im Jahr 1200 ist dort, wo sich jetzt Straning befindet, noch überall Wald, ein Eichenwald. In diesem stehen verstreut fünf Hütten und eine kleine Kapelle. Der Ort heißt „Das Kirchl“ oder „Die fünf Hütten im Walde“. Zwischen 1200 und 1235 bauen sich mehrere Leute auf dem Hügel Letten Hütten. Der Ort soll dann „Straenik (Strench)“ genannt werden, was „Zerstreuung“ bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt am 11. Juli 1239, als das Stift Melk dem Kloster Baumgartenberg (Pomgartenberg) Güter in „Straenik“ im Ausmaß von ungefähr hundert Hektar Äcker und Weingärten  verkauft.

Einen Rückschlag bringt der 30-jährige Krieg (1618 – 1648) durch Plünderungen und Verwüstungen. 1645 kommen auch die Schweden nach Eggenburg und zerstören bei ihrem Abzug die ganze Gegend. Einige Ortschaften werden sogar dem Erdboden gleich gemacht: Naschendorf zwischen Straning und Sitzendorf, Gedersdorf (Göbersdorf, Göbelsdorf) nahe der Bahnhaltenstelle Grafenberg und Regelsdorf (Röglersdorf, Regeleinsdorf) zwischen Zogelsdorf und Etzmannsdorf. Nach dem westfälischen Frieden 1648 siedeln sich mehrere Naschendorfer in Straning an und bauen sich da Häuser, besonders beim so genannten Krotenteiche, daher nennt man diese neuen Häuser „Das Krotendörfl“. So wächst die Anzahl der Häuser bis zum Jahr 1700 auf 100 an. Im 18. Jahrhundert allerdings sterben in Straning viele Menschen an der Pest. Als nach einer fürchterlichen Krankheit im Jahr 1799, der 27 Menschen zum Opfer fallen, der Friedhof bei der Kirche zu klein wird, kommt es zur Errichtung eines neuen außerhalb des Dorfes.

 

1759 stehen in Straning 115 Häuser, 1826 gibt es bereits 122, im Jahr 1977 ist die Häuserzahl auf 185 angestiegen. 2012 hat Straning bei einer Größe von 9.813.471 m² 209 Hausnummern. 295 Einwohner haben hier ihren Hauptwohnsitz, 145 Personen den Nebenwohnsitz. Im 20. und 21. Jahrhundert kommt es zu einem stetigen Rückgang de Bevölkerung (Geburtenrückgang, geringes Arbeitsangebot).

 

Seit Jänner 1968 ist Straning Sitzgemeinde der Marktgemeinde Straning – Grafenberg (Beschluss 1967). Zur Großgemeinde zählen zunächst die Katastralgemeinden Straning, Grafenberg und Etzmannsdorf. Erst1972 kommt Wartberg dazu. Die Fläche der Großgemeinde umfasst nunmehr 26.472.850 m².

 

Erwähnenswert in der Geschichte des Ortes ist die 750 – Jahrfeier der Gemeinde im Oktober 1989, an der Festgäste aus Politik und Wirtschaft teilnehmen. Im Pfarrhof findet eine Ausstellung statt. Anlässlich dieses Festes erscheint eine Festschrift von Dir. Burghard Gaspar mit dem Titel „Aus Vergangenheit und Gegenwart“.