Straning-Grafenberg

Kleinregion Manhartsberg

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Pfarre Straning

Straning

 

Pfarre

 

Vermutlich schon im 11. Jahrhundert wird in Straning die erste Kirche – aus Holz – errichtet. Eine schriftliche Nachricht aus dem Jahr 1265 besagt, dass Straning eine Filialkirche der Mutterpfarre Eggenburg – Gars ist. 1267 wird in einer Urkunde, verzeichnet in den „Geschichtlichen Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt , B VIII, Seite 453“ bestimmt, dass in Straning an jedem Tag eine Messe gefeiert werden soll. Diese Urkunde besagt auch, dass die Pfarren Gars und Eggenburg zu dieser Zeit in einer Hand vereinigt sind. In Aufzeichnungen von 1277 wird in Straning zum ersten Mal ein Pfarrer erwähnt, Artolph, der auch Pfleger ist. Zu dieser Zeit besitzt Straning auch schon das Begräbnisrecht. 1564 wird Straning von Eggenburg getrennt und eine selbständige Pfarre.

 

Im Jahr 1739 übernimmt der Priester Ludwig Tauchner die Pfarre. Er findet die vorhandene Kirche – ob es noch die ursprüngliche Holzkirche mit Namen „Die Kirche im Wald“ oder schon eine Kirche aus Stein ist, ist unbekannt – zu klein und ersucht die landesfürstlichen Patronatsherren um einen Neubau der Kirche, mit dem vermutlich um 1741 begonnen wird. Diese Jahreszahl ist im Kommuniongitter eingemeißelt. An der Tür des Hauptportals steht die Jahreszahl 1742. Wahrscheinlich wird die alte, kleine Kirche bis zur Fertigstellung der neuen weiter benützt und erst zuletzt abgetragen, wobei die neue Kirche beim Bau wie ein Mantel um die alte gelegt worden ist. Das neue Gotteshaus wird nicht nur mit den Mitteln des Kirchenvermögens und mit Spenden finanziert, sondern auch mit dem Privatvermögen von Pfarrer Tauchner, der ein reicher Müllersohn aus Grafenberg ist. Da er zu dem Altenburger Abt Placidus Much, einem gebürtigen Straninger, in guter Beziehung steht, vermittelt ihm dieser seine Künstler. Die Kirche wird vom Horner Baumeister Wisgrill aus Zogelsdorfer  Stein gebaut. Die Bevölkerung leistet dabei handwerkliche Hilfsdienste. Nur für zwei Türmchen wie in Maria Dreieichen reicht das Geld nicht aus. Sie bleiben unter dem Dach stecken. Die Einweihung der „Pfarrkirche zu Ehren Mariä Himmelfahrt“ wird am 18. Juni 1752 vollzogen. Unter Pfarrer  Johann Merluzzi (1828 – 1853, aus Friaul stammend) wird der Pfarrhof vergrößert. Pfarrer und Dechant Johann Wenk (1853 – 1881) lässt im Jahr 1874 die Kirche renovieren. Die nächste Renovierung innen und außen wird 1898/99 unter Pfarrer Franz Richter vorgenommen. In der Amtszeit von Kanonikus Josef Ettl (1938 – 1952) wird die Kirche außen renoviert. Pfarrer Karl Ploberger (1953 – 1959) lässt im Herbst 1954 den Turm mit Kupferblech eindecken. Unter Pfarrer Rudolf Brock erfolgen die Installierung der Bankheizung und die Elektrifizierung der Turmuhr. In seine Amtszeit fällt auch ein kirchliches Doppeljubiläum: das 700 – jährige Bestehen der Pfarrseelsorge und 225 Jahre Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ im Jahr 1977. Zwischen 1982 und 1984 muss abermals eine Außenrenovierung der Kirche vorgenommen werden. Pfarrer Robert Jaros (1986 – 1996) lässt das Pfarrhofdach erneuern und den Pfarrsaal renovieren. Ab 1990 gibt es an Samstagen um 18 Uhr Vorabendmessen. Die Pfarrkanzlei wird 1993 hergerichtet, seit 1994 hat Straning in der Kirche eine elektrische Liedanzeige.

 

Als 1996 Jan Jurus neuer Pfarrer wird, gibt es bereits den Pfarrverband Straning – Grafenberg – Wartberg. Pfarrer Jurus lässt die Fassade des Pfarrhofes erneuern und das Pflaster vor der Kirche neu verlegen. Ein Großprojekt ist die komplette Innenrenovierung der Kirche zwischen 2003 und 2005. Im Jahr 2002 feiert Straning 250 Jahre Einweihung der Kirche. 2004 macht der Weinviertler Glaubensweg Station in Straning.

Ab 2006 betreut Pfarrer Eugeniusz Warzocha den Pfarrverband. 2007 werden die Räumlichkeiten des Pfarrcafés erneuert, ein Jahr später können hier schon die „Geburtstagsjausen“ für die Senioren stattfinden. Die Dächer der Nebengebäude werden ausgebessert (2007), die Kirche bekommt 2008 eine neue Lautsprecheranlage. Im Jahr 2009 wird die Sakristei renoviert, ein Jahr später werden die Kirchenstufen erneuert, eine Auffahrtsrampe wird errichtet. 2011 wird in der Kirche die kleine Kapelle der „Göttlichen Barmherzigkeit“ feierlich eröffnet. Auch das Jahr 2012 gestaltet sich sehr kostenaufwändig für die kleine Pfarre: Nach Reparaturen der Turmuhr und des Kirchendaches wird die Orgel zwecks einer kompletten Restaurierung abgebaut. Sie soll im Dezember wieder neu erklingen.