Straning-Grafenberg

Kleinregion Manhartsberg

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Grafenberg

 

Ortsgeschichte

 

Der Markt Grafenberg liegt in einer Senke des Vitusberges, südlich der Schmida an der von Eggenburg nach Straning und Sitzendorf führenden Straße. Der Ort liegt an der Franz – Josefs -Bahn, der nächstgelegene Bahnhof ist Eggenburg.

Bereits in der Jungsteinzeit (6000/5000 – 2300/2200 v. Chr.) ist das Gebiet besiedelt, weitere Funde weisen auf Besiedelungen in der Urnenfelderzeit (spätere Bronzezeit, 1300/1250 – 800/750 v. Chr.), der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit, 800/750 – 450/400 v. Chr.), der Latènezeit (jüngere Eisenzeit, 450/400 – 15 v. Chr.), der römischen Kaiserzeit (15. v. Chr. – 4.Jh. n. Chr.) und im 9. Jh. n. Chr. hin.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1051, verfasst zu Regensburg. Zu der Zeit sind die Babenberger mit der Mark im Ostland belehnt (seit 976). Ein Teil des Landes ist Eigenbesitz des Markgrafen. So schenkt Kaiser Heinrich III. am 12. November 1051 auch Markgraf Adalbert und seiner Frau Fro(w)iza 30 Hufen Land in „Gravenberch“ „Hufe“ bedeutet ursprünglich Anteil einer (Bauern)- Familie an der Gemeindeflur, sie ist auch ein altes Feldmaß, landwirtschaftlich schwankend, 12 bis 24 Hektar. Solche Schenkungen sollen den Markgrafen dazu veranlassen, die Reichsgrenzen gut zu sichern.

Als der letzte männliche Babenberger Friedrich II. der Streitbare am 15. Juni 1246 in der Schlacht an der Leitha im Kampf gegen die Ungarn fällt, kommt Grafenberg in den Besitz von Friedrichs Schwester Margarete von Österreich. Die Witwe des verstorbenen Königs Heinrich VII. von Bayern wird 1252 vom 23 Jahre jüngeren, späteren König von Böhmen, Ottokar Przemysl II., geheiratet. Doch bereits neun Jahre später löst dieser die Ehe auf, um eine Enkelin Belas IV. von Ungarn zu heiraten. Margarete zieht sich in ihre Burg Krumau am Kamp zurück. Kurz vor ihrem Tod schenkt sie Grafenberg dem Stift Lilienfeld (Urkunde vom 27. Oktober 1266), welches hier bis 1848 die Grundherrschaft innehat und den Besitz in diesen sechs Jahrhunderten vielfach  vermehren kann. Laut „Dehio – Handbuch“ (topografisches Denkmälerinventar) wird Grafenberg 1616 urkundlich als Markt erwähnt.

1645 verwüsten die Schweden unsere Gegend. 1866 sind die Preußen in Grafenberg einquartiert. 1938 gibt es erstmals eine Zusammenlegung zur Großgemeinde Straning – Grafenberg, 1968 kommt es abermals zur Bildung der Großgemeinde Straning – Grafenberg.

Leopold Andre aus Grafenberg wird der erste Bürgermeister.

Im Jahr 2001 dürfen wir das 950 – Jahr – Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Grafenbergs mit einem dreitägigen Fest begehen.