Straning-Grafenberg

Kleinregion Manhartsberg

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Geschichte

Wartberg

 

Ortsgeschichte

 

Wartberg liegt östlich von Eggenburg, nördlich am Fuß des Kirchhügels mit der Pfarrkirche, welche weithin sichtbar ist. Der Ort weist eine Besiedlung aus der Jungsteinzeit (Neolithikum, 6000/5000 – 2300/2200 v. Chr.) auf, sowie aus der Frühbronzezeit (Hockerbestattungen, ab 2300/2200 v. Chr.). Die Marktgemeinde breitet sich an beiden Seiten des Grafenbergbaches aus, das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 525 ha.

Wartberg soll in der Zeit der Besiedlung durch die Babenberger entstanden sein. Eine andere Quelle spricht von der Gründung durch ausgediente Raubknechte der Kuenringer. Der Name selbst wird von einer einstigen Warte auf dem 311 Meter hohen Kirchenberg abgeleitet.

In einer Urkunde von 1190 scheint ein Mitglied einer sich nach Wartberg benennenden Familie auf, was bereits als Ursprung des Ortes angesehen werden kann. Vor 1265 ist das Adelsgeschlecht der Garser Burgherren „Ropoter von Schönberg“ Besitzer der Grundherrschaft „Turnhof“ in Wartberg. 1265 stirbt dieses Geschlecht aus. Der Zehent fällt an das Bistum Passau zurück. Dieses überträgt die Rechte an die Pfarre Eggenburg. Im Jahr 1243 erhält Leuthold von Sachsengang vom Stift Melk den Zehent von drei Weingärten in Wartberg. Mindestens seit dem 13. Jahrhundert steht auf dem Berg eine Kapelle zum hl. Leonhard. Meister Heinrich, Pfarrer von Eggenburg und Gars, kauft die Kapelle und die umliegenden Weidegründe  von den Tursen von Lichtenfels und stiftet sie für das Martinsspital in Eggenburg, da die Einnahmen durch die Marktfahrer dem Spital zugute kommen. 1325 wird die Kapelle samt den umliegenden Grundstücken an Graf Otto von Maidburg, damals Pfarrer von Eggenburg und Gars, weiterverkauft. Ab 1332 wird in Wartberg bei der Kirche wieder Markt abgehalten, der sich als Geschirrmarkt bis ins 19. Jahrhundert hält. Als Stadtholden (Untertanen der Grundherren) von Eggenburg leiden die Wartberger unter den Hussiteneinfällen (1427) und großen Feuersbrünsten, Untertanen werden verpfändet und verkauft.

Im 30 – jährigen Krieg (1618 – 1648) verheeren zunächst die Böhmen die Gegend. Häuser werden angezündet, drei Untertanenhäuser des Stiftes Altenburg werden zerstört. Vor dem Osterfest des Jahres 1620 kommt es im April zwischen den Böhmen und den kaiserlichen Truppen zur Entscheidungsschlacht auf dem Wartberger Kirchenberg, bei der die Böhmen in die Flucht geschlagen werden. Doch das Ende des Krieges bringt neue Schrecken: Hannanische Reiter überfallen 1643 Wartberg, 1645 wüten hier die Schweden. 1679 fordert die Pest viele Opfer.

Am 27. Oktober 1836 wird Ignaz Schuster, Schulprovisor in Wartberg, wegen zehnmaliger Brandstiftung in Limberg gehenkt.

Laut einer Urkunde von Kaiser Ferdinand I. bekommt Wartberg am 14. Jänner 1842 das Marktrecht verliehen.

1881 wird die Straße von Straning nach Stoitzendorf gebaut, sechs Jahre später die Straße von Wartberg Nr. 69 nach Sitzendorf, 1906 die Straße nach Roseldorf.

1911 wird das Milchhaus errichtet. Im Dezember 1923 erfolgt die Elektrifizierung des Ortes. Während des 2. Weltkrieges gehört Wartberg zur Großgemeinde Straning. Zwei Jahre nach Kriegsende wird im Ort eine öffentliche Fernsprechstelle errichtet. 1950/51 erfolgt die Grundzusammenlegung.

1972 kommt Wartberg als letzte der vier Katastralgemeinden zur Großgemeinde Straning – Grafenberg.

 

Grafenberg

 

Ortsgeschichte

 

Der Markt Grafenberg liegt in einer Senke des Vitusberges, südlich der Schmida an der von Eggenburg nach Straning und Sitzendorf führenden Straße. Der Ort liegt an der Franz – Josefs -Bahn, der nächstgelegene Bahnhof ist Eggenburg.

Bereits in der Jungsteinzeit (6000/5000 – 2300/2200 v. Chr.) ist das Gebiet besiedelt, weitere Funde weisen auf Besiedelungen in der Urnenfelderzeit (spätere Bronzezeit, 1300/1250 – 800/750 v. Chr.), der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit, 800/750 – 450/400 v. Chr.), der Latènezeit (jüngere Eisenzeit, 450/400 – 15 v. Chr.), der römischen Kaiserzeit (15. v. Chr. – 4.Jh. n. Chr.) und im 9. Jh. n. Chr. hin.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1051, verfasst zu Regensburg. Zu der Zeit sind die Babenberger mit der Mark im Ostland belehnt (seit 976). Ein Teil des Landes ist Eigenbesitz des Markgrafen. So schenkt Kaiser Heinrich III. am 12. November 1051 auch Markgraf Adalbert und seiner Frau Fro(w)iza 30 Hufen Land in „Gravenberch“ „Hufe“ bedeutet ursprünglich Anteil einer (Bauern)- Familie an der Gemeindeflur, sie ist auch ein altes Feldmaß, landwirtschaftlich schwankend, 12 bis 24 Hektar. Solche Schenkungen sollen den Markgrafen dazu veranlassen, die Reichsgrenzen gut zu sichern.

Als der letzte männliche Babenberger Friedrich II. der Streitbare am 15. Juni 1246 in der Schlacht an der Leitha im Kampf gegen die Ungarn fällt, kommt Grafenberg in den Besitz von Friedrichs Schwester Margarete von Österreich. Die Witwe des verstorbenen Königs Heinrich VII. von Bayern wird 1252 vom 23 Jahre jüngeren, späteren König von Böhmen, Ottokar Przemysl II., geheiratet. Doch bereits neun Jahre später löst dieser die Ehe auf, um eine Enkelin Belas IV. von Ungarn zu heiraten. Margarete zieht sich in ihre Burg Krumau am Kamp zurück. Kurz vor ihrem Tod schenkt sie Grafenberg dem Stift Lilienfeld (Urkunde vom 27. Oktober 1266), welches hier bis 1848 die Grundherrschaft innehat und den Besitz in diesen sechs Jahrhunderten vielfach  vermehren kann. Laut „Dehio – Handbuch“ (topografisches Denkmälerinventar) wird Grafenberg 1616 urkundlich als Markt erwähnt.

1645 verwüsten die Schweden unsere Gegend. 1866 sind die Preußen in Grafenberg einquartiert. 1938 gibt es erstmals eine Zusammenlegung zur Großgemeinde Straning – Grafenberg, 1968 kommt es abermals zur Bildung der Großgemeinde Straning – Grafenberg.

Leopold Andre aus Grafenberg wird der erste Bürgermeister.

Im Jahr 2001 dürfen wir das 950 – Jahr – Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Grafenbergs mit einem dreitägigen Fest begehen.

 

Straning

 

Ortsgeschichte

 

Straning ist ein Breitstraßendorf südöstlich von Eggenburg. Es liegt an der Franz – Josefs – Bahn. Zusteigmöglichkeiten gibt es an der Haltestelle Straning bzw. in den Bahnhöfen Limberg – Maissau und Eggenburg. Der bekannte Weinort ist schon im Neolithikum (Jungsteinzeit 6000/5000 - 2300/2200 v. Chr.) besiedelt. Es gibt auch Funde aus der Bronzezeit (2300/2200 – 1300/1250 v. Chr., Funde vom 20. März 1954). Ebenso ist Straning in der Hallstattzeit (800/750 – 450/400 v. Chr.) und in der römischen Kaiserzeit  (15 v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.), sowie im 9. Jh. n. Chr. nachweislich besiedelt. Es werden auch künstliche Höhlen entdeckt.

 

Auch alte Wege führen durch Straning. Der Rittsteig ist bis ins späte Mittelalter eine wichtige Nord – Süd – Verbindung (Krems – Znaim) und ist heute noch als so genannter Bräunesteig in Straning vorhanden. Ebenfalls eine wichtige Verbindung bis ins 17. Jahrhundert ist die „Schmidatalstraße“ von Wien über Stockerau – Ziersdorf – Straning – Etzmannsdorf nach Eggenburg, dem wirtschaftlichen Zentrum.

 

Im Jahr 1200 ist dort, wo sich jetzt Straning befindet, noch überall Wald, ein Eichenwald. In diesem stehen verstreut fünf Hütten und eine kleine Kapelle. Der Ort heißt „Das Kirchl“ oder „Die fünf Hütten im Walde“. Zwischen 1200 und 1235 bauen sich mehrere Leute auf dem Hügel Letten Hütten. Der Ort soll dann „Straenik (Strench)“ genannt werden, was „Zerstreuung“ bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt am 11. Juli 1239, als das Stift Melk dem Kloster Baumgartenberg (Pomgartenberg) Güter in „Straenik“ im Ausmaß von ungefähr hundert Hektar Äcker und Weingärten  verkauft.

Einen Rückschlag bringt der 30-jährige Krieg (1618 – 1648) durch Plünderungen und Verwüstungen. 1645 kommen auch die Schweden nach Eggenburg und zerstören bei ihrem Abzug die ganze Gegend. Einige Ortschaften werden sogar dem Erdboden gleich gemacht: Naschendorf zwischen Straning und Sitzendorf, Gedersdorf (Göbersdorf, Göbelsdorf) nahe der Bahnhaltenstelle Grafenberg und Regelsdorf (Röglersdorf, Regeleinsdorf) zwischen Zogelsdorf und Etzmannsdorf. Nach dem westfälischen Frieden 1648 siedeln sich mehrere Naschendorfer in Straning an und bauen sich da Häuser, besonders beim so genannten Krotenteiche, daher nennt man diese neuen Häuser „Das Krotendörfl“. So wächst die Anzahl der Häuser bis zum Jahr 1700 auf 100 an. Im 18. Jahrhundert allerdings sterben in Straning viele Menschen an der Pest. Als nach einer fürchterlichen Krankheit im Jahr 1799, der 27 Menschen zum Opfer fallen, der Friedhof bei der Kirche zu klein wird, kommt es zur Errichtung eines neuen außerhalb des Dorfes.

 

1759 stehen in Straning 115 Häuser, 1826 gibt es bereits 122, im Jahr 1977 ist die Häuserzahl auf 185 angestiegen. 2012 hat Straning bei einer Größe von 9.813.471 m² 209 Hausnummern. 295 Einwohner haben hier ihren Hauptwohnsitz, 145 Personen den Nebenwohnsitz. Im 20. und 21. Jahrhundert kommt es zu einem stetigen Rückgang de Bevölkerung (Geburtenrückgang, geringes Arbeitsangebot).

 

Seit Jänner 1968 ist Straning Sitzgemeinde der Marktgemeinde Straning – Grafenberg (Beschluss 1967). Zur Großgemeinde zählen zunächst die Katastralgemeinden Straning, Grafenberg und Etzmannsdorf. Erst1972 kommt Wartberg dazu. Die Fläche der Großgemeinde umfasst nunmehr 26.472.850 m².

 

Erwähnenswert in der Geschichte des Ortes ist die 750 – Jahrfeier der Gemeinde im Oktober 1989, an der Festgäste aus Politik und Wirtschaft teilnehmen. Im Pfarrhof findet eine Ausstellung statt. Anlässlich dieses Festes erscheint eine Festschrift von Dir. Burghard Gaspar mit dem Titel „Aus Vergangenheit und Gegenwart“.

 

 

 

Etzmannsdorf

 

Ortsgeschichte

 

Etzmannsdorf ist ein Grabendorf, von einem Bach durchzogen. Die ersten Besiedlungen gibt es schon in der Jungsteinzeit (6000 / 5000 bis 2300 / 2200 v. Chr.), in der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit, 800 / 750 bis 450 / 400 v. Chr.), sowie in der Latènezeit (jüngere Eisenzeit, 450 / 400 bis 15 v. Chr.).

Der Ahnherr der Kuenringer Azzo wird am 29. 12. 1056 von König Heinrich IV. mit einem freien Eigentum von drei königlichen Hufen „im Dorfe Hecimanneswisa“ beschenkt. („Die Hufe“ ist ein altes Feldmaß, landschaftlich schwankend, 12 bis 24 ha. Ursprünglich ist es der Anteil einer Bauernfamilie an der Gemeindeflur.) So ist anzunehmen, dass es sich bei dem Namen „Etzmannsdorf“ um einen ursprünglichen Besitz dieses Azzo handelt (Azomannsdorf). In einer Urkunde vom 1. Oktober 1058 wird Etzmannsdorf erstmals in einer Urkunde als Ortowinersdorf erwähnt. Die Bewohner sind bis 1848 der Herrschaft Harmannsdorf unterstellt. Von 1848 bis 1967 hat der Ort eine selbständige Gemeindeverwaltung. Um 1770 hat Etzmannsdorf 28 Häuser. Als erster Bürgermeister wird Johann Schneider erwähnt (1865 – 1867), der letzte vor der Gemeindezusammenlegung ist Franz Paß (1965 – 1967).

Im Jahr 1884 wird Etzmannsdorf von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht, bei der sieben Häuser zur Gänze abbrennen. 1902 zerstört ein ähnlicher Brand drei Häuser. Damals steht im Ort eine eigene Feuerspritze, die von Männern der FF Straning bedient wird. 1923 erfolgt schließlich die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Etzmannsdorf. Am 20. Jänner 2012 beschließt die Mitgliederversammlung der FF Etzmannsdorf wegen zu geringer Mitgliederzahl sowie Fehlen einer Führungskraft die Auflösung der Feuerwehr und den Beitritt der Mitglieder zur FF Straning. Dort werden diese  nach einer Mitgliederversammlung am 21. Februar 2012 aufgenommen. Der Einsatzbereich der aufgelösten FF Etzmannsdorf – das Gebiet der Katastralgemeinde – wird dem Einsatzbereich der FF Straning hinzugefügt.